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Russland-Sanktionen: Eine weitere Folge eines hinsichtlich Inhalt und Umfang unkalkulierbaren Mehrteilers

«Die Zeit geht hin, und der Mensch gewahrt es nicht.» Die Worte des italienischen Nationaldichters Dante Alighieri kamen mir in den Sinn, als ich den bisherigen Verlauf der Russland-Sanktionen heute Revue passieren ließ. Anderthalb Jahre ist es nun her seit dem Entschluss der EU, gegen Russland mit einer Flut von Handels- und Investitionsbeschränkungen, Finanzsanktionen und Einreiseverboten einen Wirtschaftskrieg zu entfachen. Im August jährte sich der Beginn der russischen Gegensanktionen. Seitdem sind die politischen Entscheidungsträger aus den von ihnen verursachten Schäden nicht klüger geworden. Die Statements der meisten Politiker und vieler Verbandsfunktionäre lassen durchblicken, dass mit Machtfülle nicht zwingend  Verantwortungsbewusstsein einhergeht.

Nur wenige populäre Stimmen in der deutschen Öffentlichkeit haben sich bisher vehement gegen den Sanktionsirrsinn gewandt. Und dies, obwohl der Frustpegel von Bevölkerung, Firmen und mittlerweile auch Wirtschaftsverbänden im Hinblick auf die Sanktionsfolgen gestiegen ist - zieht man die Verlautbarungen in Internetforen, Netzwerken und Pressemeldungen als Stimmungsbarometer hinzu. Ein Umhören in der deutschen Geschäfts-Community in Russland fördert verständlicherweise erst recht einen kritischen Tenor zu Tage. Oftmals Wut, zuweilen auch Resignation.

In einer aktuellen Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) sprechen deren Mitgliedsunternehmen Tacheles: Fast drei Viertel halten die Strafmaßnahmen für politisch wirkungslos. Nahezu die Hälfte gibt an, von den Sanktionen negativ betroffen zu sein. Um mehr als ein Drittel seien die deutschen Russland-Exporte in den ersten fünf Monaten 2015 abgesackt. Sollte dieser Abwärtssog andauern, steuert die Ausfuhrbilanz nach Russland im Gesamtjahr 2015 beinahe auf eine Halbierung des Rekordwertes von 2012 (38 Mrd. Euro) zu und dürfte sich in etwa auf nur noch 20 Mrd. Euro belaufen.