Russen konsumieren weiterhin anders als in der EU
28.04.2010
Russen konsumieren weiterhin anders als in der EUNach wie vor gibt der russische Durchschnittsbürger den Löwenanteil seiner Einnahmen für lebenswichtige Waren und Dienstleistungen aus. Über 73% ihrer Einkommen (monatlich etwa 10.923 Rbl; umgerechnet rd. 290 Euro) wandten die Russen in 2008 für Waren des täglichen Bedarfs auf. In 2009 waren es etwas über 69% (11.640 Rbl). So die jetzt durch die staatliche Statistikbehörde Rosstat veröffentlichten Daten. Geknausert haben die Russen im vergangenen Jahr unter dem Einfluss der Krise vor allem an Ausgaben für Bekleidung, Haustechnik, Computer- und Telekommunikationstechnik sowie für Restaurantbesuche. Der prozentuale Anteil von Lebensmitteln im Einkaufskorb russischer Durchschnittshaushalte, der schon immer sehr hoch war, in letzter Zeit aber zu Gunsten höherwertiger Gebrauchsgüter zurückging, erhielt im Sog der Krise wieder Auftrieb. Allein über 9% der privaten Budgets entfallen auf Fleisch und Fleischprodukte. An Dienstleistungen nehmen russische Normalverbraucher insbesondere die für sie lebenswichtigen kommunalen Dienstleistungen in Anspruch. Andere Services werden weit weniger genutzt. Allerdings sparen die Rosstat-Angaben die oberen Einkommensschichten aus und ergeben deshalb nur ein unvollständiges Bild. Berücksichtigt man die Gutverdiener, so wie es einige Forschungsinstitute praktizieren, beträgt der Anteil der Nahrungsmittel im Einkaufskorb der Russen knapp 34%. Für Gebrauchsgüter werden nicht ganz 41% veranschlagt, für Dienstleistungen etwas mehr als 25%. Im EU-Durchschnitt ist der Warenkorb anders bestückt: Hier gehen 40 bis 45% der Einkommen auf Dienstleistungen (vor allem für Gesundheit, Bildung, Kultur, Finanz- und juristische Dienste) drauf. Für langlebige Konsumwaren wird bis zu 2 mal mehr als in Russland ausgegeben. (Rosstat/"Vedomosti")Zurück zur Übersicht |